Religiöse Beeinflussung im Kinderzimmer

Seit 2003 gibt es von Paymobil die Arche Noah. Seit dem war sie mindestens schon einmal ausverkauft – Verkaufszahlen im 6 stelligen Bereich. Wen es interessiert wie christliche Kreise dazu stehen, lese - Magazin für Theologie und Ästhetik – http://www.theomag.de/36/ds1.htm.

Als ich heute durch Zufall über dieses Ding gestolpert bin, war ich zuerst irritiert und dann erschrocken. So „christlich“ ist unsere Gesellschaft also noch und so bereit ihre Kinder mit „propagandistischem“ Spielzeug zu versorgen. So religiös, dass dieses Ding das goldene Schaukelpferd 2004 von der Spielzeug Industrie und Familie & Co (Axel Springer Verlag) bekommt. Es wird sogar als pädagogisch wertvoll bezeichnet – bei Amazon.

Was kommt demnächst – die Schöpfungsgeschichte als Simulation auf der Playstation – nein, das wäre blasphemisch.

Neusprech

Gestern sah ich im SWR eine Dokumentation – Bericht – was auch immer – Titel:

Ist die deutsche Sprache noch zu retten ?

Es ging um die Anglizismen, das Denglisch und die Frage, wie und dass man die deutsche Sprache schützen müsste.

Eine Information im Nebensatz war wirklich erstaunlich, irgendwer so wurde behauptet, hat festgestellt, dass der Durchschnittsbürger dieses Landes am Tag 250 Wörter benutzt. Damit kommen wir durch den Alltag, selbst die Bild braucht zur Erklärung der Welt 500 Wörter.

George Orwell dachte noch die Reduktion der Sprache und damit des Denkens müsse aktiv vom Staat als Mittel der Kontrolle betrieben werden. Heute erledigt das Volk dies selbst – das ist wahre Demokratie – die Diktatur der Masse über die Masse – Unterdrücker und Unterdrückte in Personalunion.

Erwachsenes Verhalten

Mein Arbeitgeber sah sich genötigt eine Betriebsvereinbarung „Internet und eMail“ durch zu setzen. Genötigt von den Menschen, die denken alles was nicht verboten ist sei erlaubt – auch wenn der gesunde Menschenverstand was anders sagt.

Wie kann man glauben, dass der Aufruf einer Seite mit bunten Bilder – in erster Linie hautfarben – keine Konsequenzen hat ?
Ganz besonders, wenn man sich dabei auch noch einen Virus einfängt ?
Wie kann man sich beschweren, dass man einen Tag nicht arbeiten konnte, weil die Mitarbeiter vom Support zu langsam sind, – wenn der selbst installierte Shareware-Bildschirmschoner oder die Betaversion eines Messenger-Dienst den PC so gnadenlos abgeschossen haben, dass nichts mehr geht.
Wie kann man glauben, dass eine 2 MB große Nachricht an alle 300 Mitarbeiter versendet keine Auswirkungen auf den Mail-Server hat ?

Nun wurden Konsequenzen oder besser gesagt Grenzen bezogen – jetzt sind Dinge bei Androhung der fristlosen Kündigung untersagt – nun ist die Handlungs-Freiheit eingeschränkt.
Kinder und Teenager müssen beständig an Grenzen gehen, Erwachsene sollten reif genug sein Grenzen zu erkennen, aber dann wären Betriebvereinbarungen wohl überflüssig.

In fremden Zungen

Zur Zeit wird das Unternehmen in dem ich arbeite beraten.
Vorstellung des Projekts, Zeitpläne, Meilensteine, Tiefeninterviews, Mitarbeiter Feedback, leitstungs- und bedarfsorientiert, Open-Space und Umsetzung kurzfristig struktureller Veränderungen - Consulting – BWL -Talk, Farbverlauf blau von dunkel nach hell im Hintergrund, Schrift schießt ein von rechts, Folie blättert sich nach links.
Es wurde präsentiert, 100 Worte und kein Inhalt, 2 Stunden für Dinge, die in 20 Minuten gesagt werden könnten.

Wer etwas zu sagen hat, braucht dafür nur Minuten und dann schweigt man.
Mehr sollte nicht nötig sein.

Politik-System - nichts überraschendes

Ich habe mal gelernt, das man die Wirtschaft, die Wissenschaft, die Politik usw. Systeme nennen kann. Diese Systeme kommunizieren intern mit einem binären Kode, dass sind zwei Werte, mit deren Hilfe alle internen und externen Zustände beschrieben werden.
Für das politische System geht es um „Macht“ bzw. die Abwesenheit der Selben. Wahrnehmungwürdig sind also nur Ereignisse, die mit dem Wert „Macht“ dargestellt werden können. Es bedeutet natürlich auch, dass das System erst handlungsfähig wird, wenn es „Macht“ verliert. Also wird man sich in Berlin einigen, dass ist die gute Nachricht.
Dummerweise wird das mit dem Volkswillen nicht viel zu tun haben, denn alle Macht geht vom Volke aus, aber es selbst hat eben keine.